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Christival-Seminar: Diskussion nimmt kein Ende


Bild: christival, dpa, Collage Jesus.de   
Die Diskussion um ein abgesagtes Seminar zur Homosexualität auf dem christlichen Jugendkongress Christival scheint kein Ende zu nehmen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur idea versicherte Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, der dem Christival-Kuratorium angehört, in einem Schreiben an Volker Beck, „dass er dessen Kritik an dem abgesagten Seminar voll und ganz teilt.“

Anfang Januar hatte der erste Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck, das Seminar „Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung“ kritisiert, welches daraufhin aus dem Programm genommen wurde. Morgen wird sich der Bundestag in einer Fragerunde mit dieser Thematik befassen.

Die Pressestelle des Landeskirchenamtes bestätigte gegenüber idea die Existenz des Briefes. „Es handelt sich um einen privaten Brief, deshalb nimmt die Landeskirche dazu keine Stellung“, hieß es auf idea-Anfrage.

Auch Jürgen Werth kritisiert Beck

Unterdessen meldete sich auch der Vorsitzende Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), Jürgen Werth zu Wort. In einem Interview in den Mitteldeutschen Kirchenzeitungen, das in dieser Woche erscheint, übte er scharfe Kritik an den Angriffen von Volker Beck.

Nach biblischer Aussage sei die praktizierte Homosexualität eine "Zielverfehlung", so Jürgen Werth, praktizierte Homosexualität könne darum keine "Schöpfungsvariante" sein. Argumenten, nach denen die Stellen in der Bibel, die Homosexualität ablehnen, rein historisch seien und heute keine Gültigkeit mehr hätten, erteilte Werth eine Absage. "Der biblische Befund ist eindeutig und hat nichts an Gültigkeit verloren. 'Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan…' Mit diesem Auftrag schickt Gott die Menschen in die Welt", so Werth.

"Homosexuell empfindende Menschen nicht ausgrenzen"

Aus diesem biblischen Befund ergebe sich jedoch nicht die Ansicht, dass die Evangelische Allianz homosexuell empfindende Menschen ausgrenze oder diffamiere. "Ich bin froh, dass es in unserem Bereich zahlreiche Bewegungen gibt, die Menschen, die unter ihrer Neigung leiden, zu helfen versuchen. Wer solche Bewegungen diffamiert, nimmt Menschen, die sich verändern möchten, das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung", so Werth.

"Kampagne gegen Andersdenkende"

Beck, der sich offen zu seiner Homosexualität bekenne, richte sich mit einer Kampagne gegen alle, die eine andere Position bezögen als die Schwulen- und Lesbenbewegung. "Nicht das Christival verstößt gegen den Minderheitenschutz, sondern die von Herrn Beck initiierte Kampagne", sagte Werth.

Er bedauere es, dass trotz der Absage des Seminars weiterhin die Gefahr bestehe, dass das Anliegen des "Christival" durch eine monatelange Auseinandersetzung von dieser Randthematik überlagert werden könnte. Gleichwohl sei die Evangelische Allianz zu einem Dialog mit den Grünen über Fragen zur Bewertung von Homosexualität bereit. Werth weiter: "Allerdings gilt für jeden Dialog das, was der Philosoph Hans-Georg Gadamer einmal gesagt hat: 'Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte.'" In der "Kleinen Anfrage" der Grünen-Fraktion an die Bundesregierung sei jedoch von "fundamentalistischen 'Heilungs'-Scharlatanen" die Rede. "Das grenzt an den Straftatbestand der Beleidigung und ist keine gute Voraussetzung für einen offenen Dialog", so der Allianz-Vorsitzende.
(mw)



Quelle: Jesus.de



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Kommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel*
26 Kommentar(e) Weiter  >>
Zupfelflauscher 03.06.08 um 23:41 Uhr
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@ starlet1943

Endlich spricht es mal jemand aus !!! Ein Seminar zum Thema Homosexualität auf so einer medienträchtigen Veranstaltung wäre nur dann auch sinnvoll, wenn darüber vorurteilsfrei gesprochen würde, wie man homosexuelle Christen in die Kirchengemeinden integriert und annimmt. Leider war da von der Gegenseite bisher niemand bereit...

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dieses Kommentars:

starlet1943 21.02.08 um 09:28 Uhr
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Wenn ein Jugendlicher Christ und gleichzeitig homosexuell ist, ist das sicherlich ein interessantes Thema für ein Seminar! Wichtig ist dabei, dass dazu kompetente(!) Experten aus dem christlichen Bereich hinzugezogen werden, die in aller Offenheit zu Fragen und Problemen in diesem Bereich Stellung nehmen können. Ob jemand, der Homosexualität von vornherein als therapiebedürftiges Defizit und behandlungsbedürftige Störung betrachtet, hierfür der richtige Ansprechpartner ist, darf sicherlich angezweifelt werden.

Als Christen sollen wir einander Hilfestellung geben, unsere Sexualität als sinnvollen Bestandteil unseres Leben verantwortlich zu leben. Das geschieht sicher nicht dadurch, dass wir die Sexualität als schlecht und sündig verteufeln und sie aus unserem Leben zu verbannen versuchen, so wie heterosexuelle Christen dies oftmals von ihren homosexuellen Mit-Christen erwarten.


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re.ka 18.02.08 um 18:28 Uhr
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ich denke dass auf dem Christival kein homosexuell
denkende Menschen diffamiert werden sollen, es ist doch eher so dass sich ein Herr Beck deswegen angegriffen fühlt,weil er sicher von seiner Seele her weiss dass das nicht in Ordnung ist wie er seine Sexualität auslebt.Das ist genauso wie wenn ich in "wilder Ehe" lebe ,weiss ich auch dass das vor Gott nicht in Ordnung ist.

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Thomaspaul 16.02.08 um 10:06 Uhr
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Die Argumentation von Werth hat in der Tat einiges für sich. In der Tat sind die GRÜNEN Weltmeister der Zensur aufgrund einer von ihnen definierten political correctness. Alles , was diese Feinde Freiheit- die GRÜNEN - ärgert, halte ich für gut, auch, wenn man im einzelnen darüber streiten kann.

Ob man Homos helfen kann Heteros zu werden, weiß ich nicht, aber die GRÜNEN wollen Homos verbieten, sich das zu wünschen.

Bisexuelle brauchen nicht Homos zu werden, als Heteros haben sie mehr vom Leben. Nämlich eigene Kinder.

Für die Sexisten von den GRÜNEN ist das aber nicht der höchste Wert, für die ist sie sexuelle Erfüllung das Nonplus ultra.

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bolko 14.02.08 um 10:51 Uhr
4 Bewertungen 
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Im ersten Teil Ihres Berichts ist zu lesen, dass Landesbischof Friedrich die Kritik von Volker Beck voll und ganz teilt.

Die dann folgende von Ihnen gewählte Überschrift lautet "Auch Jürgen Werth kritisert Beck". Das "Auch" ist in diesem Zusammenhang tendenziös! Korrekt wäre gewesen, wenn dort stehen würde "Jürgen Werth kritisiert Beck".

Nun überschlagen sich aber die Neuigkeiten:

Aufgrund der "kleinen Anfrage" der Grünen hat die Bundesregierung klargestellt, dass sie weder die Auffassung, dass Homosexualität einer Therapie bedarf, noch dass Homosexualität einer Therapie zugänglich ist, vertritt.

Das ist eine beruhigende Aussage, den Grünen ist zu danken.

Auch erfährt man vom Staatssekretär Kues/CDU, dass - nachdem man im Familienministerium Kenntnis von einem Seminar bezüglich der Therapie von Homosexualität erhalten hat -sich das Ministerium dafür einsetzte, dass besagtes Seminar aus dem Programm genommen wird. Das hat aber Herr Volke in seinen Verlautbarungen nicht erwähnt.


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albatross 14.02.08 um 00:20 Uhr
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Das ist ja alles nichts neues. Unter Decius, um 250 n.Chr. wurde eine Opferbescheinigung (libellus) von den Christen gefordert. Welche letzlich das Verleugnen des eigenen Glaubens verlangte. Scheinbar steuern wir dem immer mehr zu - schade! Was wäre Europa heute ohne unsere christlich-jüdischen Wurzeln?
Wo steuern wir hin? Wird unser recht auf freie Meinungsäußerung überhaupt noch ernst genommen? Ich fand es angemessen und habe Herrn Volker Beck aufgefordert von seinen Ämtern zurück zu treten. Ich fühle mich diskriminiert und fachlich ist dieses Seminar absolut o.k. Es gibt unterschiedliche wissenschaftliche Standpunkte und der biblische scheint mir nicht verkehrt und unlogisch.

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