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Kommentar
Kinder – es gibt nichts Besseres!

Von Dr. Volker Gäckle


In den kommenden Tagen veröffentlichen wir an dieser Stelle Auszüge aus dem Buch »Was Deutschland jetzt braucht!«, in dem christliche Persönlichkeiten sich mit der politischen Perspektive Deutschlands auseinandersetzen.

Autor Dr. Volker Gäckle, Vorsitzender des CVJM-Landesverbandes Württemberg, verheiratet und Vater von drei Kindern

25.09.2005

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Als Konrad Adenauer, der erste Kanzler der Bundesrepublik, einmal mit der Forderung nach mehr Familienpolitik konfrontiert wurde, wehrte er kurz und knapp ab: „Kinder bekommen die Leute immer“. So kann man sich irren. Heute bekommen „die Leute“ sie nicht mehr, jedenfalls nicht mehr in dem Maß, wie es unsere Gesellschaft nötig hätte. Heute setzen die Kinderlosen die Standards, angefangen beim Tauch-Urlaub in der Karibik über die neue Lust auf’s Zweisitzer-Cabrio bis hin zur nötigen Mobilität bei gehobenen Jobs. Dass eine Familie da als Klotz am Bein erscheint, braucht niemanden zu wundern.
Die Familie ist ein Sanierungsfall

Die Familien bröckeln. Soziologen sprechen von einem Erosionsprozess, der die Familien wie kaum eine andere Institution unserer Gesellschaft erfasst hat. Die Phänomene und Faktoren dieser Entwicklung sind zahlreich: die Entkoppelung von Liebe und Ehe, sowie Ehe und Elternschaft, biologischer und sozialer Elternschaft, rückläufige Eheschließungen bei gleichzeitiger Zunahme alternativer (in der Regel kinderloser) Lebensformen, dramatischer Rückgang der Geburten bei gleichzeitig durchschnittlich höherem Alter der Mütter bei Geburt des ersten Kindes, eine veränderte Eltern-Kind-Beziehung, der Wandel in der Elternrolle, die Angleichung der Geschlechter, steigende Scheidungsraten, Zunahme der Alleinerziehenden und immer häufiger bewusste Entscheidungen für ein Leben ohne Kinder – und das trotz dem mehrheitlich geäußerten Wunsch nach Kindern!

Eine Statistik der Hoffnungslosigkeit
Wenn Kinder ein Ausdruck menschlicher Hoffnung und Zukunftserwartung sind, dann ist die mitteleuropäische und v.a. die deutsche Geburtenstatistik ein Dokument der Hoffnungslosigkeit. Fast 30% aller Frauen haben keine Kinder, etwas über 20% haben „nur“ ein Kind und weitere 36% aller Frauen haben zwei Kinder. Entsprechend liegt Deutschland bei der sog. „Reproduktionsrate“ (Anzahl der Kinder pro Frau) mit 1,3 auf einem der letzten Plätze weltweit. Notwendig zum Erhalt der Bevölkerung wäre eine Rate von 2,1 Kindern pro Frau. Diese Rate übertreffen nur 14% aller Frauen, die drei oder mehr Kinder haben.
Die Zahl der Ehescheidungen beträgt mittlerweile rund 200.000 Ehen pro Jahr. Im Zehnjahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von 42%. Zusammen mit den davon mitbetroffenen Kindern sind damit pro Jahr etwa 550.000 Menschen (was etwa der Einwohnerzahl von Bremen, Nürnberg oder Stuttgart entspricht) von einer Ehescheidung mit ihren emotionalen, sozialen und finanziellen Folgen betroffen.

Ohne Kinder gibt’s irgendwann nur noch Alte
Was passiert, wenn „die Leute“ keine Kinder mehr bekommen, hat Frank Schirrmacher mit seinem „Methusalem-Komplott“ uns schlag- und schockartig vor Augen geführt: Während die Kinder fehlen, werden die Älteren – und wir sprechen hier von 40jährigen wie mir – zur „demographischen Katastrophe“. Als unfreiwilliges Mitglied der „64er“ gehöre ich zum geburtenstärksten Jahrgang der Bundesrepublik Deutschland und damit auch zur sogenannten Generation der Baby-Boomer, die während des sog. Baby-Booms in den 50er und frühen 60er Jahre geboren wurden.

Wenn die 40jährigen zur Katastrophe werden ...
Was mich und meine Altergenossen/innen zum Problem, ja zur „Katastrophe“ werden lässt, ist der schlichte Umstand, dass – um es mit den Worten Frank Schirrmachers zu sagen – in Zukunft „eine nicht mehr fortpflanzungsfähige Gruppe (nämlich die heute 40-50jährigen), die ihren biologischen Zweck längst erfüllt hat, nicht mehr repariert wird und von der Natur auf Abruf gestellt wird“, die Mehrheit einer Gesellschaft bildet. „Zum erstenmal in der Menschheitsgeschichte wird die Zahl der Älteren größer sein als die der Kinder.“
Anders als z.B. die oft prognostizierte Klimakatastrophe ist die „demographische Katastrophe“ auch nicht mehr abwendbar. Der eigentliche Schock wird vermutlich erst in 20 Jahren kommen, spätestens dann wenn meine Generation in den Ruhestand treten wird. Nach heutigen Berechnungen wird das im Jahr 2029 sein. Dieser Moment wird „die ganze westliche Welt in einen Ausnahmezustand versetzen“.

2029 - eine Gesellschaft im Ausnahmezustand
Die Gründe für diese Entwicklung sind ebenso bekannt: Meine Generation hat im Durchschnitt weniger Kinder bekommen als jede Generation zuvor, sie wird aber nach aller Voraussicht auch länger leben als jede Generation zuvor. „Jedes zweite kleine Mädchen, das wir heute auf den Straßen sehen, hat eine Lebenserwartung von 100 Jahren, jeder zweite Junge wird aller Voraussicht nach 95.“ Nach heutigen Berechnungen wird im Jahre 2025 die Hälfte unseres Landes älter als 48 Jahre sein, nach anderen Berechnungen sogar älter als 52 Jahre.

Altern als Naturkatastrophe
Schirrmacher will wach rütteln: „Vergessen Sie für einen Augenblick die Altersrhetorik, die sich in Wendungen wie ‚So alt will ich gar nicht werden’ [...] manifestiert. [...] Ihr eigenes Altern, nicht das abstrakte Altern des statistischen Bundesamtes, wird bereits heute als Naturkatastrophe behandelt. [...] Uns wird die Paranoia der reichen Erblasser befallen, weil wir nichts anderes zu vererben haben als die Befreiung der Erde von unserer Existenz. In den Mienen und im Augenspiel der wenigen Jungen lesen wir das Urteil oder den Vorwurf, die Hoffnung oder Frage, in jedem Fall die Erinnerung an unser großartiges Versprechen: Warum seid ihr nicht tot?“

Die Enkel werden knapp
Es werden neue „Knappheitsverhältnisse“ entstehen: Viele Großeltern teilen sich wenige Enkel und der Zugang zur Generation der Jüngeren wird als Privileg gelten. Die grenzenlose Einsamkeit von Millionen kinder- und enkelloser Seniorinnen und Senioren wird sich wie Mehltau über das Land legen. Hört man auf die Statistiker, so werden „die Verteilungskämpfe der Zukunft [...] um Rente und Altenheimplätze ausgetragen werden.“ Schon heute ist die Lebenserwartung bei den Berechnungen von Renten zu niedrig angesetzt. „Die heute 30- bis 50jährigen müssen rechtzeitig sterben, damit die Rechnungen aufgehen. Unserer gestiegenen biologischen Lebenserwartung steht eine gesellschaftliche Sterblichkeitserwartung gegenüber. Sie lautet: stirb rechtzeitig.“

Die Renaissance der Familienfreundlichkeit
Weil Schirrmacher nicht der erste Kassandra-Rufer war und auch nicht der einzige geblieben ist, hat sich mittlerweile eine rege Diskussion um die künftige Familienpolitik entzündet. Nachdem die neomarxistische Ideologie der 68er Bewegung dafür sorgte, dass in Deutschland die Familie über 30 Jahre hinweg schlecht geredet, geschrieben, gefilmt und gesendet wurde, zeichnet sich nun eine Wende ab. Durch die sich abzeichnende „demographische Katastrophe“ ist das Thema „Familienfreundlichkeit“ plötzlich wieder an der Spitze der politischen Agenda gelandet. Ob die Rezepte, mit denen der immer geringeren Geburtenzahl und der drohenden Bevölkerungsschrumpfung begegnet werden soll, auch familienfreundlich sind, steht jedoch auf einem ganz anderen Blatt.

Kinderfreundlichkeit ist zuerst eine Frage der Wertorientierung
Um es gleich vorweg zu sagen: Die Gestaltung einer kinder- und familienfreundlichen Gesellschaft ist nicht zuerst eine Aufgabe der Politik, sondern eine Anfrage an die Lebens- und Hoffnungsperspektive des Einzelnen. So wichtig die Rahmenbedingungen sind, so deutlich wird durch das Beispiel wesentlich ärmerer Nationen mit hoher Geburtenquote, dass die Krise der Familie nicht nur eine Frage der Lastenverteilung, sondern der Bewusstseinsbildung und der persönlichen Lebensorientierung und Verantwortung ist.
Gleichzeitig fallen die privaten Lebensentscheidungen jedoch nicht in einem luftleeren Raum. Hinter den individuellen Entscheidungen stehen oft genug gesamtgesellschaftliche Trends und auch nüchterne ökonomische Güterabwägungen. Die Politik kann, soll und darf nicht für die Familiengründung zuständig sein. Die Entscheidung für oder gegen Kinder müssen Paare auch um der möglichen Kinder selbst willen in individueller Freiheit treffen. Aber Politik ist sehr wohl für das Klima und die Rahmenbedingungen zuständig, in dem diese Entscheidungen getroffen werden. Deshalb muss hier sehr wohl auch über die gesellschaftliche und politische Dimension gesprochen werden.

Hinter dem „Ganztagesfetischismus“ stehen ökonomische Interessen
Der momentan staatlich (von allen etablierten Parteien!) geförderte Trend, Eltern so früh wie möglich ganztägig von Kindern zu „entlasten“, hat aus staatlicher Sicht schlicht ökonomische Hintergründe: Beide Eltern sollen möglichst schnell wieder als fachlich qualifizierte Arbeitskräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Unsere Zeit verlangt den „flexiblen Menschen“. Aus individueller Perspektive soll die Ganztagesbetreuung in Hort, Kindergarten und Schule v.a. bei Frauen einen „Karriereknick“ bzw. „Karriereeinbußen“ vermeiden.

Damit werden eindeutig die Interessen des Staates und der karriereorientierten Eltern in den Vordergrund gestellt. Die Erwerbsarbeit steht im Mittelpunkt sowohl der staatlichen Interessen (mehr Kinder und mehr Vollerwerbsarbeit von Fachkräften) wie der individuellen Lebensplanung. Die oft verspotteten drei „K“ (Kinder, Küche, Kirche) haben längst eine neue Füllung erhalten (Karriere, Konto, Kind). Die Interessen der Kinder kommen mangels Widerspruch nicht in den Blick. Ihre Wünsche sind nicht kompatibel mit dem Leitbild des „flexiblen Menschen“, weil sie auf Regelmäßigkeit, Verlässlichkeit und Nähe angewiesen sind.

Kinder brauchen erstens Zeit, zweitens Zeit, drittens Zeit!
„Familienförderung“ meint in der Gegenwart dagegen das „Outsourcing“ der Kindererziehung aus der Familie. Wer dies für zukunftsträchtig hält, hat die Grunddaten der Schöpfung und des Menschseins nicht verstanden! Eltern sind durch nichts zu ersetzten, auch nicht durch andere Beziehungspersonen oder gar akademisch ausgebildetes Fachpersonal. Wer seine Elternrolle ernst nimmt, weiß, dass die Erziehung von Kindern vor allem eines bedeutet: Zeit nehmen, Zeit investieren, Zeit haben, um die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Sorgen kleiner Menschen wahrzunehmen. Elternschaft heißt, im Leben eines Kindes die Hauptrolle zu spielen. Ob es eine Hauptrolle oder nur eine Statistenrolle an der Seite der Erziehungsprofis in Hort, Kita und Ganztagesschule ist, entscheidet sich ganz maßgeblich an der gemeinsam erlebten Zeit.
„Familienfreundlich“ ist mehr als „elternfreundlich“
Die hier zugrunde liegende Ideologie kennt keine wirkliche Wertschätzung der Familienarbeit. Sie gilt als eindeutig minderwertig gegenüber einer bezahlten Beschäftigung. Sie gilt als nicht auslastend und nicht erfüllend. Man braucht kein großer Psychologe zu sein, um sich ausmalen zu können, dass diese Bewertung von Familienarbeit sich auch tief im Bewusstsein der Kinder verankern wird. Die nonverbale Botschaft ist eindeutig: „Ich bin weniger wichtig als das Geld, das die Eltern mit der Zeit verdienen, die sie nicht in mich investieren.“
Die gegenwärtige Familienpolitik aller Parteien verdient deshalb nicht das Etikett „familienfreundlich“. Sie ist nur vordergründig „elternfreundlich“ und im Kern ein Tribut an die Individualisierung und Materialisierung unserer Gesellschaft. Um das Wohl und die Wünsche der Kinder geht es bei dieser Politik nirgends.

Eine ökonomische Milchmädchenrechnung
Was wir aber heute unseren Kindern an Zeit und Zuwendung entziehen, um kurzfristig dem Arbeitsmarkt als Arbeitskräfte zu Verfügung zu stehen, müssen wir morgen doppelt und dreifach in die Betreuung und Begleitung lebensuntüchtiger und berufsunfähiger Menschen investieren. Wenn die Berufstätigkeit beider Eltern zur Berufsunfähigkeit der Kinder führt, ist dies eine ökonomische Milchmädchenrechnung. Dass nach Auskunft zahlreicher Personalchefs 25% aller Jugendlichen ausbildungsunfähig und weitere 25% nur schwer auszubilden sind, spricht für sich selbst. Es dürfte kein Zufall sein, dass es sich dabei um die Kinder der so progressiven und avantgardistischen 68er handelt. Wer die Lebenskette von Tradition, Wert, Autorität, Identität und Sinnstiftung zerschlägt, braucht sich über diese Folgen nicht zu wundern.

„Alles gleichzeitig geht nicht“
So hat es Kostas Petropulos in der FAZ auf den Punkt gebracht. Das Ideal von der „Vereinbarkeit von Kindern und Karriere“, Familie und Beruf ist eine Illusion. Doppelverdienst, Karriere, Partnerschaft und Kinder sind gleichzeitig nicht zu haben. Weil die Allgegenwart nach wie vor nur einem zusteht, werden Menschen, die sie sich anmaßen, überall nur Lücken hinterlassen. Am meisten dort, wo sie am meisten gebraucht werden.
Der Philosoph Alexander Mitscherlich hat im Blick auf die deutsche Nachkriegszeit von einer „vaterlosen Gesellschaft“ gesprochen. In der Gegenwart erleben wir durch den Trend zu Kinderhorten und Ganztagesschulen die Entwicklung einer „mutterlosen Gesellschaft“. Wir brauchen uns daher nicht zu wundern, wenn wir uns mehr und mehr auch zu einer kinderlosen und damit zukunftslosen Gesellschaft entwickeln.

Wer Familien will, muss Familienarbeit belohnen
In der Gegenwart geht die Entscheidung zur Erziehungsarbeit zu Hause mit einem deutlichen Abstieg im Lebensstandard einher. Kinder sind für einkommensschwache Ehepaare ein Armutsrisiko geworden. Will man wirklich eine Kehrtwende in der Familienpolitik einleiten, so muss die Familienarbeit als Beruf anerkannt werden. Es kann nicht sein, dass die ehe- und familienzerstörende Prostitution als Beruf anerkannt wird, nicht aber die zukunftseröffnende Tätigkeit einer/s Familienfrau/mannes. Wer Familienfrau oder -mann wird, muss selbstverständlich auch ein versicherungsrelevantes Gehalt bekommen, damit endlich die erforderliche Rentenabsicherung von Familienfrauen und -männern gewährleistet ist und ihre Benachteiligung ein Ende findet. Auf diese Weise würde der Familienarbeit eine neue Wertschätzung und Würde erwiesen und junge Menschen stünden wirklich vor gleich“wert“igen Alternativen für ihre Lebensplanung und -orientierung. Denn nun würde die bewusste Entscheidung für die Familienarbeit nicht mehr den sozialen Abstieg und die lebenslange ökonomische Benachteiligung bedeuten.

Familienarbeit eröffnet Lebensräume
Wer engagierte Familienarbeit macht, ist ein/e Lebensraumgestalter/in, und zwar nicht nur für die eigenen Familienmitglieder, sondern auch für ganze Nachbarschaften und sogar Stadtteile. Denn intakte Familien prägen ihr Umfeld in aller Regel positiv. Über die Arbeit mit Kindern entstehen Kontakte und Beziehungen, soziale Netzwerke zwischen Eltern bis hin zu ehrenamtlichen Initiativen für Kindergärten und Schulen. Familienarbeit ist der eigentliche soziale Kitt unserer Gesellschaft.

Kinder – es gibt nichts Besseres!
Was Deutschland braucht, ist eine kinderorientierte und nicht nur eine eltern- und damit wählerorientierte Politik. Mehr noch aber brauchen wir einen Bewusstseinswandel. Deshalb möchte ich allen Mit-Eltern Mut machen, nicht den (zugegebenermaßen auch hier etwas angeklungenen) Heulton der Benachteiligten anzustimmen, sondern wo immer es geht zu sagen, dass es nichts Besseres gibt als Kinder. Kinder sind nach der Begegnung mit Jesus Christus mit das Beste, was einem Menschen passieren kann, eines der letzten Abenteuer der Menschheit – und jeder, der bewusst drauf verzichtet, verpasst in seinem Leben Entscheidendes. Wenn nur 20% aller Eltern dieses Selbstbewusstsein an den Tag legen, würde sich Familienpolitik morgen verändern.

Dr. Volker Gäckle, Vorsitzender des CVJM-Landesverbandes Württemberg, verheiratet und Vater von drei Kindern


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Quelle: Jesus.de



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Kommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel*
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Sven Walper 27.09.05 um 09:50 Uhr
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Dass der Anteil der Alten in den nächsten Jahrzehnten gewaltig zunimmt, ist absehbar und unvermeidlich, aber das muss nicht unbedingt zum "Ausnahmezustand" führen: Wir werden halt länger arbeiten müssen, erst mit 70 Rente bekommen. Wenn es zu wenig Kinder und Enkel gibt, müssen wir Alten uns gegenseitig pflegen und unterhalten. Das kriegen wir auch hin, denn wir werden im Durchschnitt gesünder und fitter sein als die Alten früherer Generationen. Der Kindermangel ist bedauerlich, aber kein Grund zur Panik.


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Sebastian Skobowsky 26.09.05 um 09:51 Uhr
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Als Vater von 5 Kindern zwischen 9 und 1 kann ich dem nur beipflichten: Selber erziehen ist das mit weitem Abstand Beste; meine Frau leistet hier eine Suuperarbeit.
Trotz allem auch an die Leserbriefschreiber:
Vorsicht mit Verurteilungen von Eltern, die ihre Kinder früh "parken". Sie brauchen sehr viel Ermutigung und Kraft für eine solche Arbeit.
Dann bin ich skeptisch bei Aussagen, die "uns Christen" ermahnen dafür, dass wir endlich etwas tun sollen, statt immer mit dem Zeigefinger zu drohen. Wer so schreibt, fange bitte selbst damit an, denn in der Theorie sagt es sich jeweils so leicht, so sehr ich es mir auch wünsche, dass wir als Christen hier wirklich heraustreten.
Sonst möchte ich euch Familien Mut machen zu Ermutigung, Ermutigung, Ermutigung. Tauscht euch aus, sagt einander, was euch gefällt an der jeweils anderen Familie, das wird Wunder wirken.

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Annegret Banecki 26.09.05 um 08:43 Uhr
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Hat es sich nicht am Beispiel der DDR gezeigt, wie schädlich die Ganztagsbetreuung ist? Eltern, die ihre Kinder abschieben, bekommen die Quittung früh oder später. Haben Kinderpsychater nicht schon genug psychisch kranke Kinder zu betreuen?
Ich finde den Artickel sehr gut. Sollte an die Regierung weiter gegeben werden. Denn solange eine Mutter, die bei ihren Kindern daheim bleibt, nicht die volle Anerkennung bekommt, ob finaziell oder in der Gesellschaft, werden sich junge Frauen wohl eher für den Beruf entscheiden.
Ich selber habe fünf Kinder groß gezogen und bin nie arbeiten gegangen. Meine Kids haben sich sehr gut entwickelt. Ich würde es immer wieder so machen. Denn Kinder - es gibt wirklich nichts besseres!!!

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Anselm Kobler 25.09.05 um 19:40 Uhr
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Die Kommentare zeigen, daß offensichtlich Christen meinen, es gäbe eine Form der Kinderbetreuung, die ebenso gut ist wie das was die 'Familie bietet. Dr. Gäckle hat nur allzu recht, wenn er die Gefahr der Ganztagesbetreuung als zerstörerisch sieht. Es hat nichts mit Idealismus zu tun, wenn sich jemand für die Familie als einzig richtiges und für kleine Menschlein als einzig gedeihliches Nest darstellt. Wir Christen sollten einmütig dafür einstehen, daß dies in Zukunft wieder so wird. Als Gegenbeispiel den 12jährigen Jesus im Tempel anzuführen, erscheint nahezu grotesk, da die Familiensituation in Nazaret hoffentlich nicht vergleichbar ist mit der von heutigen Straßenkindern in Berlin oder Frankfurt. Ich kenne einen "christlichen" Kindergarten, in dem 2jährige aufgenommen werden. Trotz des christlichen Engagements der Erzieherinnen heulen die armen mutterverlassen Kinder gottserbärmlich...
Übrigens war es Jesus, der sagte: "Wer diesen Kleinen ein Leid antut..."
Ganztagesbetreuung, seien es nun die schrecklichen Kinderkrippen oder Ganztagesschulen, sind unterm Strich gesehen garantiert solch ein Leid, und sei es noch so gut gemeint.

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Jan Gartzke 25.09.05 um 17:52 Uhr
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Mittlerweile begreift auch die Politik, daß unsere Gesellschaft ohne eigene Kinder keine Zukunft hat. Alle Rettungsversuche der maroden Sozialsysteme sind folglich auf Sand gebaut. Viele Christen haben schon vor langer Zeit warnend Ihre Stimme erhoben, gerade auch in der Frage von Abtreibungen, deren Millionen Opfer uns heute schmerzlich zu fehlen beginnen. Betrachtet man nun jedoch die staatlich favorisierten „Betreuungssysteme“ wie Offene Ganztagsschule, Kindergarten bis abends, Kleinkindbetreuung etc., so können wir als Christen natürlich wieder auf die Familie als die „alleinseligmachende“ Erziehungsinstitution verweisen – aber Vorsicht: dieser Ansatz könnte zu kurz greifen.
Ohne Frage stellt eine intakte Familie das beste und gottgewollte Lebensumfeld für das Aufwachsen eines Kindes dar, gleichwohl dürfen wir nicht die Augen davor verschließen, daß die Wirklichkeit häufig anders aussieht.
Zudem stellt sich die Frage, ob unser Bild von Familie nicht zu sehr durch unsere Zeit geprägt wird! Oder glaubt einer allen Ernstes, daß früher in kinderreichen Familien – mit häufig 8 und mehr Kindern – dem einzelnen Sprößling eine behütete Fürsorge nach unseren heutigen Idealen zugute kam? Schon für Maria und Josef war eine „Fremdbetreuung“ von Jesus so selbstverständlich, daß sie sich ohne Sorgen allein auf den Rückweg von Jerusalem machten.
Im Gegensatz zu damals bestehen heutzutage in vielen Fällen aber weder Großfamilie noch intakte „Dorfgemeinschaften“. Eltern oder Elternteile stehen also häufig alleine dar. Diese Defizite hat unser Staat endlich erkannt! Die ganzen staatlichen Betreuungsangebote stellen einen (zugegebenermaßen schwachen) Ersatz für diese verlorenen Strukturen dar.
Warum bieten aber wir Christen nicht endlich entsprechende Alternativen an, statt immer mit dem moralisch-idealistischen Zeigefinder zu winken. Werden wir praktisch. Holen wir doch die Kinder da ab, wo sie stehen: in ihren allzu oft kaputten Familien, bei ihren überforderten Müttern und Vätern, in ihrer Einsamkeit am Nachmittag etc. Werden wir ihnen zur „Großfamilie“ oder „Dorfgemeinschaft“, zu Freunden und Begleitern. Zudem würde der offensichtlich bestehende „Betreuungsnotstand“ auch entchristlichte Eltern offen machen für christliche Betreuungsangebote. Der Einfluß, den wir auf diesem Wege auf die Entwicklung unserer Gesellschaft nehmen könnten, sei hier nur am Rande erwähnt.
„Lasset die Kinder zu mir kommen!“ forderte Jesus seine Jünger heraus. Ganztägige Betreuungsangebote werden hier neue Wege eröffnen – und nebenbei die Bereitschaft zu Kindern erhöhen helfen.


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Wolf-Armin + Manuela Purder 25.09.05 um 17:40 Uhr
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Ich finde diesen Artikel im Gesamtkontext sehr gut. Ich bin selbst Hausfrau und Mutter von 4 Kindern. Oft muß ich mich damit abfinden, daß Deutschland wirklich kinderfeindlich ist und sich daran auch so schnell nichts ändern wird. Ich weiß aber, dass wir in Christus jemanden haben, der unsere Kinder liebt und wenn wir auf ihn vertrauen, wird uns alles zum Besten dienen, auch die Familienpolitik in Deutschland. Darauf hoffe ich.

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